Nach humanitären Nothilfeprojekten für kurdische Vertriebene in Kurdistan und Jugendarbeit in Köln begann Pro Humanitate e.V. im Oktober 2014 mit einer Ausbildungsmaßnahme für benachteiligte Frauen im Bereich Textil in Wan/Van.

textilatelier_van01Mit diesem Projekt möchte Pro Humanitate e.V. einem Teil der benachteiligten Frauen die Möglichkeit geben, eine berufliche Ausbildung im Textilbereich zu absolvieren, damit sie später entweder eine Arbeit bei den Textilproduzenten finden oder aber ihre eigene Schneiderei eröffnen und so zu der Familienkasse beitragen können.
Das Hauptziel des Projektes ist es, die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen zu sichern, ihren Platz in der Gesellschaft zu erweitern, ihre Gleichstellung zu fördern, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und ihren Horizont zu erweitern.
Teilnehmende aus Alleinerziehenden und ärmeren sowie kinderreichen Familien, bei denen kein Familienmitglied ein geregeltes Einkommen hat, haben bei der Berufsausbildung Vorrang und Priorität.

textilatelier_van02Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Kommune Wan durchgeführt wird, hat vor, innerhalb von drei Jahren 320 Frauen zwischen 18-40 Jahren auszubilden. Mit ihren kinderreichen Familien werden etwa 2000 Menschen vom Projekt direkt profitieren und ihnen eine Einnahmequelle sichern. Jede Ausbildungsperiode dauert vier Monate. Anschließend werden die Teilnehmerinnen zwei Wochen lang zur Existenzgründungen geschult.
Nach der erfolgreichen Teilnahme erhalten die ausgebildeten Frauen ein Zertifikat als Textilarbeiterin, das von der Handels- und Industriekammer Van ausgestellt wird, und ein anderes Zertifikat für Existenzgründungen durch KOSGEB (Agentur zur Förderung der kleinen und mittleren industriellen Betriebe).
Nach den Verhandlungen mit der Arbeitsagentur in Wan wurde erreicht, dass die Teilnehmerinnen im Laufe der Ausbildung täglich 20,00 TL als Unterstützung erhalten, das macht etwa 500,00 TL monatlich aus.
Nach der Ausbildung haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, eine Arbeit zu finden oder ihr eigenes Atelier mit finanzieller Förderung in Höhe von 70.000 Türkische Lira (umgerechnet 25.000,00 EUR) durch KOSGEB zu gründen. (Wan wurde von der Regierung zur neuen „Textilkent“ (Standort für Textil) erklärt. Nach Informationen der Regierung sollen ab nächstes Jahr über 45 Textilfirmen in Produktion gehen, die auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen sind.)
Das Projekt in Van ist zugleich ein Vorzeigeprojekt für die ganze Region und ist so einmalig. Es gibt in der Gegend keine ähnlichen Maßnahmen für Frauen.
Die Maßnahme findet in einem großen Gebäudekomplex für Frauen statt, der von der Kommune zur Verfügung gestellt wurde. Im Frauenzentrum sind eine Kindertagesstätte, eine Kantine, ein Cafe, Konferenzsäle, Theater, verschiedene Ateliers für Schmuck- und Keramikarbeiten und ein Kino sowie Erdbebensichere Schutzräume untergebracht. Eine große Außenanlage mit einem Spielplatz bereichert das Frauenzentrum.
Pro Humanitate e.V. bedankt sich auch im Namen der Frauen sehr herzlich bei den Unterstützern dieser Maßnahme. (Stand: November 2014)