Babynahrung, Gummistiefel und Winterjacken
für Flüchtlingskinder aus Kobanê/Rojava-Syrien

Pro Humanitate e.V. hat im Dezember 2014 eine weitere humanitäre Nothilfeaktion für die Flüchtlinge aus Kobanê, die in Suruc leben, gestartet. Im November wurden die jesidischen Kriegsflüchtlinge im Newroz-Camp in Rojava/Syrien mit 6000 Stück neuen Kleidern unterstützt.

Seit Mitte September 2014 wird die nordsyrische Grenzstadt Kobanê von den islamistischen Aggressoren der IS (Islamischer Staat) angegriffen. Über Zweihunderttausend Kurden mussten aus ihren Dörfern und Siedlungen fliehen und befinden sich z.Zt. mehrheitlich in Suruc auf der türkischen Seite.

Ein Teil der Kriegsflüchtlinge aus Kobanê sind in die anderen kurdischen Städte gegangen, wo sie von kurdischen Kommunen unterstützt werden. Ein Viertel aber, etwa 50.000 Menschen, blieb in Suruc, in der Hoffnung schnellstens in ihre Heimat zurückzukehren.

Diese kleine Stadt mit etwa 50.000 Einwohnern hat über 50.000 Flüchtlinge aus der benachbarten Stadt Kobanê/Syrien aufgenommen. Von diesen 50.000 Menschen werden nur 6.000 von AFAD (Katastrophonschutz der Türkei) versorgt. Etwa 45.000 Menschen werden von den kurdischen Kommunen und NGOs betreut. Sie erhalten fast keine Unterstützung durch die türkische Regierung.

  • 20 000 Flüchtlinge leben in Wohnungen, Häusern, leer stehenden Läden und Garagen in Suruc
  • Etwa 11 000 in den Camps der kurdischen Kommunen
  • 22 000 in den umliegenden Dörfern.

Da zurzeit in Suruc doppelt so viele Menschen leben, als vor vier Monaten, reichen weder Strom, noch Wasser für die in der Stadt lebenden Menschen. In den von kurdischen Kommunen betreuten fünf Flüchtlingscamps sind fast nur noch Kinder und Frauen sowie alte Menschen zu sehen. Die Zelte sind nicht winterfest und lassen Nässe und Kälte durch. Infolge dessen sind Schimmel in vielen Zelten zu beobachten. Überwiegender Teil der Kinder haben weder Schuhen noch Jacken.

Die kurdischen Kommunen unterstützen sie nach Kräften. Trotzdem aber ist die Not sehr groß. Regen- und Kältezeit haben begonnen. Mitte Dezember 2014 verteilen wir dort 1200 Packungen Babynahrung, 2000 Gummistiefeln für Kinder und Frauen, 500 Winterjacken für Kinder und Medikamente sowie 3 Tonnen Zucker.

Bei der Verteilung dieser Hilfsgüter haben wir bitter feststellen müssen, dass die Not unheimlich und unbeschreiblich groß ist. Diese 50.000 Menschen brauchen alles; Decken, Matratzen, Heizkörper, Kleider, Alltaggegenstände, Brot und Essen. Die Depots sind fast leer und die Unterstützung der Kommunen und NGOs sowie Zivilbevölkerung reichen nicht aus. Das Hilfskomitee von Kobanê, das sehr gut organisiert ist und professionell arbeitet, bittet dringend um Unterstützung auch von Außen.

Diesen Hilferuf möchten wir erwidern und die Flüchtlinge aus Kobanê, die in Suruc und Umgebung leben, mit Grundnahrungsmittel unterstützen, in dem wir vorhaben pro Familie, je 5 kg Reis, Speiseöl, Zucker, Bohnen, Linsen, Nudeln und Weizengrütze und 2 kg Tomatenmark zu verteilen. Eine Familienration (37kg) macht 118,00 TL, umgerechnet (1€= 2,80 TL) 42,00 €.

Mit diesem Projekt möchten wir vorerst 1400 kinderreiche Flüchtlingsfamilien, etwa 11.000 Menschen, helfen. Wenn wir Wege und Mittel finden, werden wir einen Teil der Hilfe für die in der Stadt gebliebenen Zivilisten nach Kobanê transportieren. Unser Projekt dient zugleich zur Überbrückung der harten Wintermonate und zur Bekämpfung von Krankheiten und Kindersterblichkeit.

Auch Sie können helfen, mit einer kleinen Spende die Not zu lindern! (Januar 2015)

Pro Humanitate e.V. Köln ist als gemeinnützig anerkannt. Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

Spendenkonto:
Pro Humanitate, IBAN: DE16 3705 0198 0010 2625 33, BIC: COLSDE33XXX, Sparkasse KölnBonn, Stichwort: Rojava

Anschrift: Pro Humanitate e.V., Postfach 90 31 70, D-51124 Köln, pro-humanitate@t-online.de